Kalender

Jedes Jahr im März führt der Verein Jüdische Kultur und Wissenschaft den “Tag des jüdischen Buches” durch. An diesem Tag, jeweils einem Sonntag, werden von morgens um 11 Uhr bis abends gegen 22 Uhr Lesungen und Vorträge durchgeführt. Es sind Romane, in denen jüdisches Leben vorkommt, die vorgestellt werden, in den Vorträgen geht es um Literatur und Geschichte. Die Veranstaltungen während des Tages sind frei, die Abendveranstaltung, in der Regel ein Theaterstück oder eine musikalische Darbietung, kosten Eintritt. Der nächste “Tag des jüdischen Buches” findet am Sonntag, 10. März 2019 statt.

Vom 26. August bis und mit 2. September 2018 hat in Zürich erstmals eine “Woche der jüdischen Kultur” stattgefunden, an der vierzehn verschiedene Organisationen beteiligt waren. Die Koordination dieser Woche mit Konzerten, Vorträgen, Besichtigungen lag beim VJKW, von dem auch die Idee zur Woche der jüdischen Kultur kam. Eine eigene Homesite weist alle Veranstaltungen der Kulturwoche auf. http://kulturstrudel.ch/

Gelungener Anlass in der renovierten Abdankungshalle des Friedhofs Unterer Friesenberg in Zürich

Ron Epstein (links) und Walter Küng singen gemeinsam Schmidts berühmten Song "Ein Lied geht um die Welt"

Ron Epstein (links) und Walter Küng singen gemeinsam Schmidts berühmten Song “Ein Lied geht um die Welt”

“Vuahin soll ich gein – is die Welt gross genug? Joseph Schmidt zwischen Czernowitz und der grossen weiten Welt.“ Das war der Titel eines vom VJKW organisierten Abends mit Gesang und Musik aus dem jüdischen Leben, aus der Welt der Oper und leichten Muse. Der Anlass zu diesem Abend vom 10. September 2017 war die erfolgte sanfte Renovation der im maurischen Stil erbauten ehemaligen Abdankungshalle im alten Israelitischen Friedhof Unterer Friesenberg in Zürich. Joseph Schmidt gehörte in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts zu den bekanntesten Sängern im deutschsprachigen Raum. Er nahm zahlreiche Schallplatten auf und sang in 38 Rundfunkopern. Sein Film „Ein Lied geht um die Welt“ war ein riesiger Erfolg. Nachdem er 1933 als Jude aus Deutschland fliehen musste, gelangte er auf Umwegen über Frankreich  in die Schweiz, wo er im Internierungslager Girenbad oberhalb von Hinwil (ZH) erkrankte und mangels Hilfeleistungen vor 75 Jahren starb. Einen Tag nach seinem Tod lag seine Arbeitserlaubnis für die Schweiz vor und er wäre frei gewesen.

Am Grab von Sänger Joseph Schmidt wurden im Anschluss an die Veranstaltung Texte vorgelesen und ein Gebet gesprochen

Am Grab von Sänger Joseph Schmidt wurden im Anschluss an die Veranstaltung Texte vorgelesen und ein Gebet gesprochen

Sein Grabstein im Israelitischen Friedhof Unterer Friesenberg trägt in Deutsch die Inschrift Ein Stern fällt … Joseph Schmidt Kammersänger 1904–1942, sowie auf Hebräisch die Worte ‘hameshorer hamfursam’ („der berühmte Sänger“), womit auch die Kantorentätigkeit Schmidts angesprochen wird. In der ausverkauften Veranstaltung hat Schauspieler Walter Küng Texte aus der Zeit Schmidts sowie solche über ihn vorgetragen, Pianistin Christina Rehberg begleitete Sänger Ron Epstein zu Liedern von Franz Schubert bis Kurt Weil, die Schmidt gesungen hatte. Der Abend fand statt im Rahmen der neuen VJKW-Veranstaltungsreihe „Jüdische Biografien in der Schweiz“. Nach der Veranstaltung begaben sich die Besucher zum Grab von Joseph Schmidt, wo ein Gebet gesprochen wurde.

In der im maurischen Stil im Jahr 1892 erbauten Abdankungshalle fand der Anlass zum 75. Todestag von Joseph Schmidt statt. Die Halle wurde in den letzten Jahren von Studierenden der Hochschule der Künste, Bern, sanft restauriert

In der im maurischen Stil im Jahr 1892 erbauten Abdankungshalle fand der Anlass zum 75. Todestag von Joseph Schmidt statt. Die Halle wurde in den letzten Jahren von Studierenden der Hochschule der Künste, Bern, sanft restauriert